Samstag, 03.10.2020

14:00 - 15:30

Poster DGfN 2020

Digitale Nephrologie (P173 - P176)

 
Kombination klinischer Daten und electronic Patient Reported Outcomes (ePROs) zur Verbesserung der Dialyseverträglichkeit und Patientenzufriedenheit (ProDial-Projekt)
P173 

A. Stoye, M. Girndt, V. Walendy, J. Beige, A. Oeser, T. Neumuth, W. Mau; Halle (Saale), Leipzig

Hintergrund: In dem EU-geförderten interdisziplinären und multizentrischen Projekt „ProDial“ sollen die Umsetzungsmöglichkeit der routinemäßigen Erfassung von ePROs und ihre Zusammenführung mit klinischen und verfahrenstechnischen Daten mit Hilfe einer Biodateninfrastruktur untersucht werden. Damit soll dem nephrologischen Fachpersonal ein klareres Bild der individuellen Krankheitslast im engmaschigen Verlauf und eine Unterstützung zur Entscheidungsfindung hinsichtlich einer Anpassung der Dialyse für eine individuellere Behandlung gegeben werden. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung und Validierung einer mobilen Applikation zur Erhebung von ePROs im Kontext der Hämodialyse.
Methode: Zur Analyse dialysebezogener, physischer Symptome und der Lebensqualität werden während eines Beobachtungszeitraums von vier Wochen in einer eigens entwickelten Tablet-App das „Symptom Monitoring on Renal Replacement Therapy-Haemodialysis“ (SmaRRT-HDTM), der „Kidney Disease Quality of Life 36“ (KDQOL-36) sowie ein selbst entwickeltes Instrument zur Erfassung von spontan auftretenden weiteren Symptomen genutzt. In einer zu entwickelnden Datenbank werden technische Behandlungs- und Biodaten, einschließlich der ePROs zur Dialyseverträglichkeit, zeitlich synchronisiert und zusammengeführt.
Ergebnisse: Die Identifikation und Verknüpfung von klinischen, gerätebasierten Befunden und ePROs soll eine individualisierte und echtzeitbasierte Dialyse- und Behandlungssteuerung ermöglichen. Dies kann unter anderem die Kommunikation zwischen dem klinischen Personal und den Behandelten verbessern und die gemeinsame Entscheidungsfindung erleichtern. Durch die individualisierte Therapie soll die HD-Verträglichkeit verbessert und die Patientenzufriedenheit gesteigert werden.
Zusammenfassung: Die in dieser Studie gewonnenen Daten können durch besser individualisierbare Behandlungsmaßnahmen, die Versorgungs- und die Lebensqualität von Dialysepatienten erhöhen. Perspektivisch kann damit die Entwicklung neuer „intelligenter“ Dialysegeräte unterstützt werden, die auf den programmierten Algorithmen dieser Studie basieren sollen.

 
Virtual Reality (VR) in der Nephrologie
P174 

P. Zgoura, C. Waldecker, F. Seibert, P. Schenker, F. Bauer, B. Rohn, R. Viebahn, N. Babel, T. H. Westhoff; Herne, Bochum

Hintergrund: Als Virtuelle Realität (VR) wird eine computergenerierte Wirklichkeit bezeichnet, in die der Nutzer über ein 3D-Bild mit Ton integriert wird. Über Controller in den Händen kann er mit und in dieser Welt interagieren.
Die Virtuelle Realität (VR) hat in den letzten Jahren immer mehr Einzug in die Welt der Medizin erhalten. Projekte für den Fachbereich der Nephrologie sind noch rar.
Methode: Wir haben folgende Programme entwickelt:
1. Ein VR-Trainingsprogramm zum Erlernen der einzelnen Schritte bei der Durchführung der Peritonealdialyse.2. Ein VR-Trainingsprogramm für das Erlernen des Aufbaus einer Hämodialysemaschine. 3.Ein interaktives Lernprogramm mit VR-gestützten Einheiten, das Patienten mit einer präterminalen Niereninsuffizienz alle drei Nierenersatztherapieverfahren, die Hämodialyse (HD), Peritonealdialyse (PD) und Nierentransplantation, näher bringen sollen.
Ergebnisse: 12 nierenkranke Patienten mit einer eGfR zwischen 15-40ml/min testeten das VR-PD-Training für 30 Minuten. Im Anschluss wurde das Erlernte durch einen PD-Trainer überprüft und Punkte für die richtige Ausführung vergeben. Weitere 11 Patienten mit einer eGfR zwischen 15-40ml/min haben sich das nötige Wissen über ein Video/ Broschüren 30 Minuten lang angeeignet und wurden im Anschluss getestet. 74% der Schritte wurden von der VR-Gruppe richtig ausgeführt, 53% von der traditionell trainierten Gruppe. Nach Fertigstellung des  interaktiven Lernprogrammes mit VR-Elementen haben wir eine Studie zur Akzeptanz und Güte der geleisteten Aufklärungsarbeit konzipiert und begonnen. Patienten mit einer präterminalen Niereninsuffizienz sollen nebst der traditionellen Aufklärung das interaktive Lernprogramm anwenden und ein Ranking mit Nennung des favorisierten Nierenersatzverfahrens zuerst im Anschluß vornehmen.
Zusammenfassung: Zusammenfassend betrachtet wäre der Einzug von VR-Programmen in die Nephrologie sowohl für edukative Zwecke wie auch für eine plastische Vermittlung der Lebensrealität mit einem der drei zur Verfügung stehenden Nierensatzverfahren gut geeignet. So ließe sich nicht nur ein standardisiertes Vorgehen gewährleisten sondern auch eine Zeit- und Kostenersparnis, da das VR-Training primär ohne medizinisches Fachpersonal möglich ist. Die Qualität eines solchen Trainings ist nach den bisherigen pilotalen Ergebnissen nicht nur angemessen gut, sondern möglicherweise sogar in einigen Aspekten besser als konventionelle Werkzeuge.

 
Tissue clearing in combination with MHI148-PEI perfusion reveals perfusion abnormalities in glomerular areas of mesangial matrix expansion in diabetic BTBR ob/ob mice
P175 

D. O. Pastene Maldonado, S. Hettler, N. Gretz, B. A. Yard, B. K. Krämer; Mannheim

Objective: Although existing histological techniques, immune and chemical staining have shown their benefit for renal diagnostics and morphometry, the three-dimensionality of kidney tissue and cells is not displayed by these methods. New tissue analytical protocols such as the combination of tissue clearing and fluorescent staining have been proven resourceful on diminishing sample preparation and allowing morphometric three-dimensional analysis of microvascular lesions. Here we describe the application of an organic solvent-based tissue clearing method to evaluate three-dimensional pathological renal features in Diabetic Kidney Disease (DKD). In particular, maximal glomerular diameter and microvascular perfusion patterns were studied.
Method: Twenty-four week-old BTBR wild type or ob/ob mice (n=3) were perfused with MHI148-PEI (a cationic near-infrared fluorescent dye) and 4% paraformaldehyde. Following perfusion, half-unsliced kidneys were cleared with a fast ethyl-cinnamate protocol and digitalized with a TCS SP8 light sheet microscope. Random 1mm3 areas of cortex from pole, center and mid-center were cropped and processed in a semi-automated fashion for three-dimensional glomeruli counting and maximum diameter sizing (Feret’s diameter). The remaining uncleared kidney was thin-sliced in paraffin, stained with PAS, and imaged with TCS SP8 upright confocal and bright-field microscopes.
Results: Validly segmented glomeruli from BTBR ob/ob mice had a significant increase in Feret’s diameter when compared to age-matched wild type (153±16µm vs 108±20µm, p-value < 0.05). Interestingly, we detected a high percentage of misperfused glomeruli only in kidneys from BTBR ob/ob but not from wild-type mice. Slices from paraffin-embeded tissue were imaged prior to PAS staining and confirmed the presence of unevenly distributed MHI148-PEI in tuft capillaries of diabetic mice. Intense PAS positive regions were identified in the mesangium of areas where MHI148-PEI was not present.

P175


Conclusion: We have successfully implemented an organic solvent-based tissue clearing method to display the renal vascular tree in a three-dimensional manner in animals that were perfused with MHI148-PEI. Our data also suggest that mesangial expansion alters the perfusion pattern of tuft capillaries, something that has previously been reported in the literature, but has not been shown to the best of our knowledge with a three-dimensional approach.

 
Telemedizinische ambulante Betreuung nierenkranker Patienten während der Covid-19 Pandemie - eine deskriptive Auswertung von Versorgungsdaten
P176 

B. Zukunft, W. Düttmann, M. Naik, M. Choi, F. Bachmann, J. Waiser, L. Liefeldt, K. Kast, E. Seelow, K. Budde, F. Halleck; Berlin

Hintergrund: Die Covid-19 Pandemie erschwert weltweit die Routineversorgung von chronisch nierenkranken Patienten. Im Rahmen des shut-downs in Deutschland wurde in der nephrologischen Ambulanz der Charité zeitweise aus Gründen des Infektionsschutzes und der Umwidmung von Personalressourcen eine Reduktion der direkten Patientenkontakte durchgeführt und die vor-Ort-Betreuung auf hochdringliche Fällen beschränkt. Gleichzeitig wurde die Routineversorgung durch telemedizinische Kontakte ersetzt.

Methode: Wir führten eine retrospektive, monozentrische Auswertung (Charité Campus Mitte) von ambulanten Versorgungsdaten erwachsener Patienten mit chronischer Nierenerkrankungen durch (seltene Nierenerkrankungen, Tuberöse Sklerose, Hypertonie, Mb. Fabry, Vaskulitiden, IgA Nephropathie und ADPKD, Nierentransplantation) im Zeitraum 01.01.2020 – 31.05.2020. Telemedizinische Visiten wurden als Telefonate bzw. Videosprechstunde (VS) durchgeführt. Letztere erfolgten ohne vorherige Schulung der Patienten.

Ergebnisse: Bis zur 11. Kalenderwoche (KW), also vor dem shut-down, erfolgten 2212 Ambulanzbesuche mit Arztkontakt, was einem Mittelwert (MW) von 201 Terminen pro Woche entsprach. Es gab keine VS und keine Telefonate. Von der 12. bis zur 22. KW nahm die Anzahl der Patientenbesuche ab auf 1379 Termine, was einem MW von 125 Terminen pro Woche gleichkam. Die Anzahl der Telefonate hingegen stieg auf wöchentlich 367 (MW 33) Gespräche mit Ärzten. Die Anzahl der VS mit Ärzten stieg auf 55 (MW 6) pro Woche.

P176


App-Anwendungen auf Smartphones und Tablets zeigten eine deutlich bessere Performanz als Computeranwendungen, was wiederum für älteren Patienten oftmals vertrauter war.

Zusammenfassung: Die telemedizinische Versorgung nierenkranker Patienten stellt eine praktikable Alternative zur Regelvorsorge vor Ort dar. Die ambulante Betreuung von komplexen nephrologischen Fällen konnte in vielen Fällen überbrückend erfolgen. Vorteile auf Patientenseite sind vor allem die Ersparnis von Anfahrtswegen und Wartezeiten. Ein kritisches Element stellte die benötigte (Labor-)Diagnostik dar, die teilweise zuvor extern oder in dringlichen Fällen direkt in unserer Ambulanz eingeholt wurde. Weitere Hürden dieser Behandlungsform waren die Voraborganisation, technische Ausstattung und die mitunter benötigte Hilfestellung zur Anwendung der Software. Vorteile vom Telefonieren waren gegenüber den Videosprechstunden weniger Bedenken durch ältere Patienten und die einfache Anwendung.

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Fragen und Antworten der Posterbewerter und Autoren

Kommentar von Bianca Zukunft |

P176
Hallo,
Leider ist ein Autor falsch geschrieben worden, es handelt sich um Johannes WaiSer (mit "S").
Bitte ausbessern!
Vielen lieben Dank!!

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